Das VMDO-ABC

Angebote und Aktivitäten von ,A‘ wie ,Alltag‘ bis ,Z‘ wie ,Zusammen‘

Register A
Alltag.

Darum geht es: Menschen mit Migrationsgeschichte als Mitbürgerinnen und Mitbürger wahrnehmen, nicht nur bei festlichen Anlässen und in Reden, sondern im Alltag.  Hierfür setzen sich der VMDO und seine Mitgliedsvereine ein. Und sie kümmern sich auch selbst darum. Die Aktivitäten im ,Haus der Vielfalt‘ sind ein wichtiger Teil dieses Alltags in einer Einwanderungsstadt.

Anerkennung von Qualifikationen.

,Was ist mein ausländisches Uni-Diplom, meine ausländische Berufsausbildung in Deutschland wert?‘ – diese Frage stellt sich für alle Migrant*innen von außerhalb der EU, die in Deutschland einen Job suchen. In unserer ,Fachstelle für Anerkennungsberatung‘ im Rahmen der beruflichen ,Beratung der Vielfalt‘ (BeVi) informieren unsere Berater*innen über Wege zur Anerkennung. www.vmdo.de/bevi/ 

Ankommen

ist eine Herausforderung für Geflüchtete und Migrant*innen. Neben den vielen praktischen Hilfen (wie u.a. in den Bereichen Bildung und Weiterbildung, Sprache, Coaching, Alltagsbegleitung, Jugend- und Familienarbeit, Jobsuche, Behördenkontakte etc.) bieten der VMDO und seine Mitgliedsvereine vor allem eines: Ein besonderes Verständnis dafür, was es bedeutet, fremd zu sein – und Wege und Strategien, damit umzugehen, neuen Mut zu fassen und Schritt für Schritt heimisch zu werden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei unser interkulturelles Team

Register B
,Beratung der Vielfalt‘ (BeVi).

Hier beraten unsere Job-Coaches in allen Fragen der beruflichen Entwicklung kultursensibel und fachkompetent. Sie berücksichtigen individuelle Lebensläufe, Fähigkeiten und Wünsche und helfen dabei Qualifikationen anerkennen zu lassen, passende Berufsfelder zu entdecken, Weiterbildungen, Umschulungen und Qualifizierungen zu finden. Zur Beratung gehört auch die Suche nach staatlichen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für Aus- und Weiterbildung. Das Angebot ist kostenlos. www.vmdo.de/bevi/ 

,Bildungswerk Vielfalt‘.

Unser Bildungswerk ist nach §15 des Weiterbildungsgesetzes des Landes NRW als Weiterbildungsträger anerkannt als Verbundsträger eines Bildungswerkes. Es bündelt die Bildungs- und Weiterbildungsideen, - bedarfe und –visionen von 60 Mitgliedsorganisationen. Die Programminhalte erarbeiten wir gemeinsam mit den Migrantenorganisationen des VMDO. Ihre kultur- und bildungsbezogenen Ressourcen haben großen Einfluss auf die Formate. Wir ermöglichen Lernen im Rahmen von fremd- und muttersprachlichen Angeboten. Spracherwerb bedeutet dabei auch immer kultureller Kompetenzerwerb. Unser Kursangebot reicht über muttersprachlichen Unterricht, Deutschunterricht, kulturelle Angebote, berufliche Qualifikationen bis hin zu kultursensiblen digitalen Angeboten. Wir unterstützen das Lernen an den Orten des Alltags und wirken gemeinsam mit den Dozent*innen aus den Reihen der Mitgliedsorganisationen.

Zum Bildungswerk Vielfalt

Register C
Chancen

sollten gleich verteilt sein, sind es aber nicht. Studien zeigen regelmäßig, dass in Deutschland Erfolg in Schule und Beruf besonders stark von sozialer Herkunft bestimmt wird. Auch ist das Armutsrisiko unter Menschen mit Migrationsgeschichte deutlich höher. Wissenschaftlich ist belegt, dass Teilhabe und sozialer Aufstieg durch Weichenstellungen in Kindheit und Jugend beeinflusst werden. Migrant*innen, die den beruflichen und sozialen Aufstieg geschafft haben, berichten oft: Ausschlaggebend für ihren Erfolg waren meist ein Mensch oder eine Handvoll Menschen, die sie zu einem entscheidenden Lebenszeitpunkt unterstützt, an sie geglaubt, Mut zugesprochen oder konkrete Hilfe organisiert haben. Deshalb arbeitet der VMDO daran, möglichst viele Menschen in entscheidenden Lebenssituationen zu unterstützen und die Chancen für gleichberechtigte Teilhabe zu erhöhen. Ganz konkret gehören dazu u.a. Elternstärkung, soziale Stärkung, Erziehungsberatung, Kinder- und Jugendarbeit, wie sie von unseren Mitgliedsvereinen, vom VMDO selbst und in zahlreichen Projekten angeboten werden. 

Register D
Demokratie.

Für den VMDO und seine Mitgliedsvereine ist das Grundgesetz von 1949 Leitbild und Bezug. Aber Demokratie muss gelebt werden! Dazu gehört unserem Verständnis nach die Förderung von Partizipation, zivilgesellschaftlichem Engagement und Empowerment. Demokratie ist kein Zustand, der für gegeben erachtet werden kann und niemals gefährdet ist. Demokratie ist ein Prozess, der jeden Tag neu mit Leben gefüllt werden muss. 

Dezentral.

Vermittelt über unsere Mitgliedsvereine sind wir dezentral auch jenseits der Dortmunder Nordstadt und Innenstadtbezirke vertreten,  u.a. in Hörde, Dorstfeld, Hafen und Derne. Da sich bereits eine Vielzahl von integrationsbezogenen Angeboten in der Dortmunder Nordstadt konzentrieren, ist es unser Ziel auch die Angebote in den äußeren Stadtbezirken weiter auszubauen.

Dialog

ist ein Kernanliegen des VMDO: Ohne Dialog gibt es kein interkulturelles Verständnis, keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die VMDO-Vereine sind dem interkulturellen Dialog verpflichtet. Wir pflegen den herkunfts- und kulturübergreifenden Austausch innerhalb des VMDO und fördern ihn durch Projekte und Aktionen innerhalb der Dortmunder Stadtgesellschaft. Das Haus der Vielfalt ist ein Ort des gelebten Dialoges zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte und zwischen den verschiedensten Kulturen.

Diversität

ist ein anderes Wort für Vielfalt, für die der VMDO steht.

Dortmund.

Egal woher wir kommen – was uns verbindet ist unsere Stadt. Wir entscheiden mit darüber, ob sie uns zur Heimat wird – indem wir miteinander reden, das Miteinander in dieser Stadt gestalten und sie zu einem lebens- und liebenswerten Ort machen. Wir sind zuversichtlich – denn diese Stadt hat Erfahrung mit Migration, seien es die sogenannten ,Ruhrpolen‘, die die Kohle- und Stahlindustrie Ende des 19. Jahrhunderts mit aufbauten, die Geflüchteten und Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg, die Arbeitsmigrant*innen der Wirtschaftswunder-Zeit, die damals ,Gastarbeiter‘ genannt wurden oder Aussiedler*innen und Flüchtlinge seit den 1980er Jahren. Ankommen und heimisch werden gelingt – mit etwas Geduld und Engagement. Dortmund sind wir!

Register E
,Echo der Vielfalt. Zeitung für den interkulturellen Dialog‘.

Die Zeitung des VMDO ist herkunftsübergreifend, interkulturell, interreligiös und politisch unabhängig. Sie erscheint sechs Mal jährlich mit einer Auflage von 5.000, liegt in diversen Einrichtungen im Dortmunder Stadtgebiet aus und wird an ausgewählte Akteur*innen in Politik, Kultur und Verwaltung versandt. Das ,Echo der Vielfalt‘ erreicht Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Inhaltlich widmet es sich den Bereichen Gesellschaft, Politik, Soziales, Kunst, Kultur und Wissenschaft – und zwar jeweils mit Bezug zu Integration und Teilhabe. Derzeit wird das ,Echo der Vielfalt‘ in seiner Konzeption überarbeitet und erscheint unregelmäßig. 

Echo der Vielfalt

Ehrenamt.

Das Ehrenamt spielt beim VMDO eine große Rolle. Wir koordinieren die Arbeit zahlreicher  Ehrenamtlicher in der Flüchtlingsarbeit und fördern die => Professionalisierung ihres Engagements. Auch unsere Mitgliedsvereine arbeiten ganz überwiegend im Ehrenamt, ebenso der VMDO-Vorstand. Bei uns ist jedes ehrenamtliche Engagement herzlich willkommen. Interessierte können sich bei unseren Mitarbeiter*innen der Ehrenamtskoordination melden. 

Kontakt zu Ehrenamtskoordination

Empowerment.

Der Begriff bedeutet wörtlich übersetzt ,Ermächtigung, Übertragung, Verantwortung‘. Zahlreiche der VMDO-Aktivitäten zielen darauf, das Empowerment von Dortmunder*innen mit Migrationsgeschichte voranzutreiben. Wir möchten Menschen und Organisationen mit Blick auf ihre individuelle Entwicklung und ihr zivilgesellschaftliches Engagement ,empowern‘. Dazu gehört u.a., dass der Blick auf Potenziale statt Defizite gelenkt wird, dass Wege des selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Handelns aufgezeigt werden, dass Menschen sozial gestärkt und Organisationen ermutigt werden, sich in die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens einzubringen.

Entwicklungspolitik.

Der VMDO unterstützt und stärkt die Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen im Bereich der internationalen Entwicklungspolitik und in der Eine-Welt-Arbeit, die ein wichtiger Schwerpunkt geworden ist, z.B. in Nigeria: Bildung und Beschäftigung (Bildungszentrum), in Kamerun: Medien und Kultur (Medienzentrum), Guinea (Gesundheit: Krankenhaus) etc. Ein Engagement in der Eine-Welt-Arbeit bietet darüber hinaus auch den Migrantenorganisationen neue Chancen. Innerhalb Ihres eigenen Engagements kann so neben die Konzentration auf das Herkunftsland auch die Gestaltung der hiesigen und zukünftigen Gesellschaft in den Fokus treten. Gerade die Methodik der Eine-Welt-Arbeit über den Dreiklang „Informieren – Verstehen – Handeln“ kann bei migrantischen Akteuren ein neues Verständnis für ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten des Zusammenlebens und der hiesigen Gesellschaft erzeugen. 

EU-Projekte.

Der VMDO hat bis jetzt einige Projekte im Rahmen des Förderprogramms Erasmus+ durchgeführt. Hier geht es um das Interesse, unterschiedliche Themen europaweit mit unterschiedlichen Partnern aufzugreifen, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Register F
Flüchtlinge

Geflüchtete

Flüchtlingsberatung.

Die Flüchtlingsberatungsstelle des VMDO bietet kostenlose und vertrauliche Beratung für Flüchtlinge an. Sie informiert und gibt Hilfestellung bei asyl- und aufenthaltsrechtlichen sowie bei sozialen Fragen. Die Beratungsstelle arbeitet unabhängig und ist ein freiwilliges Angebot. Sie fördert aktive Selbsthilfe, ist klientenzentriert und ergebnisoffen. Insgesamt leistet die Beratungsstelle Hilfestellung bei der Suche nach einer individuell tragfähigen Perspektive.

Flüchtlingsberatung

Frauen.

Im VMDO sind viele Frauen aus unterschiedlichen Kulturen aktiv, sei es im Bereich der ehrenamtlichen Arbeit, sei es als Beschäftigte, sei es in den Vorständen. Frauen finden beim VMDO zahlreiche, spezielle Angebote. Frauen mit Migrationsgeschichte sind häufig stärker belastet und benachteiligt als Männer. Oft finden sie sich in Rollenkonflikten zwischen den gesellschaftlichen Erwartungshaltungen von Herkunftskultur und Mehrheitsgesellschaft. Zugleich haben sie die Verantwortung für Kinder und Familie und müssen den Alltag organisieren. Der VMDO bietet hier Unterstützung in verschiedenen Bereichen an, u.a. durch spezielle Berufsberatung und Job-Coachings für Frauen, Sprachkurse mit Kinderbetreuung, internationale Frauencafés und Angebote zur sozialen Stärkung.

Register G
Geflüchtete

Auf dem Höhepunkt der Fluchtzuwanderung im Spätsommer und Herbst 2015 hat der VMDO in enger Kooperation mit der Stadt Dortmund die Trägerschaft für eine Notunterkunft und zwei Übergangseinrichtungen für Geflüchtete übernommen. Wegen der sinkenden Flüchtlingszahlen wurden die Einrichtungen im Sommer 2017 geschlossen. Zahlreiche Angebote für Geflüchtete bestehen jedoch fort, wie u.a. Beratungen, Alltagsbegleitung, diverse Kursangebote, Eltern-Kind-Gruppen, Begegnung und Kulturangebote, psychosoziale Stärkung etc. Durch die Erstkontakte in den Unterkünften wie auch die Vermittlung über die Vereine ist der VMDO als vertrauensvoller Partner in der Gruppe der Geflüchteten anerkannt. Unsere Mitgliedsvereine, ,Haus der Vielfalt‘ sowie die ehemalige Übergangseinrichtung an der => Leuthardstraße bieten geschützte Räume, die das Ankommen erleichtern

Generationen.

Die Angebote des VMDO richten sich an alle Generationen, also an Kinder, Jugendliche, Familien, Alleinerziehende, erwachsene Frauen und Männer und Senior*innen. Ebenso sind alle Generationen von Migrant*innen angesprochen – also von gerade Angekommenen bis hin zu Menschen mit einer auch Generationen zurückliegenden Migrationserfahrung in der Familie.

Gestalten.

,Gemeinsam gestalten‘ ist der langjährige Wahlspruch des VMDO. Dahinter steckt mehr als ein gefälliger Slogan. Es ist unser Anspruch, nicht allein als ,Brückenbauer‘ zwischen Mehrheitsgesellschaft und Migrant*innen-Communities zu fungieren. Vielmehr möchten wir das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte in Dortmund aktiv mitgestalten und die Stimme der Migrant*innen in Debatten und Dialog einbringen. Dazu sind wir in diversen Netzwerken und Arbeitskreisen vertreten.

Register H
,Haus der Vielfalt‘.

Seit 2013 ist hier der Hauptsitz des VMDO. Hinter der bunt bemalten Fassade an der Beuthstr. 21 wird der Begriff ,Vielfalt‘ Tag für Tag ausbuchstabiert und mit Leben gefüllt. Das 1200 qm große Haus ist ein interkultureller Treffpunkt, Arbeits-, Bildungs-, Organisations-, begegnungs- und Kulturort von und für die Zuwanderungsgesellschaft – und für die ganze Stadt. Nachmittags und am Wochenende ist das Haus Veranstaltungs- und Begegnungsort der Vereine, in der Woche finden die Kurse des ,Bildunsgwerk Vielfalt‘ und zahlreiche Beratungsangebote statt. Auch große Tagungen und Fachveranstaltungen werden hier durchgeführt. Der offene Kinder-und Jugendtreff KiVi zieht Kinder und Jugendliche aus dem Quartier und ganz Dortmund an. 

Haus der Vielfalt

Heimat.

Über Heimat wird seit einiger Zeit viel diskutiert. Jeder möchte den Begriff für sich besetzen. Wir halten es mit der Heimat pragmatisch: Sie entsteht vor Ort, da wo wir leben und wo wir die Art unseres Zusammenlebens tagtäglich durch unser Handeln mitbestimmen. Wir können eine Heimat im Herzen tragen und eine vor der Haustür pflegen. Die Jugendgruppe des VMDO, die die Ausstellung „Onkel Hasan und die Genration der Enkel“ mitgestaltete, hat schon 2015 formuliert: „Wir fordern den Plural von Heimat“. Die Plakate zur Ausstellung machten diese Forderung in der ganzen Stadt bekannt.  In seiner Rede  zum 3. Oktober 2017 erkannte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an, dass es auch „Heimat im Plural“ gebe. Er entwickelte einen Heimatbegriff, der die verschiedenen Generationen von Zuwanderern explizit einbezog und sich von einem rückwärtsgewandten Heimatverständnis abgrenzte: 

„Ich glaube, Heimat weist in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst schaffen. Heimat ist der Ort, an dem das ,Wir‘ Bedeutung bekommt. So ein Ort, der uns verbindet – über die Mauern unserer Lebenswelten hinweg – den braucht ein demokratisches Gemeinwesen und den braucht Deutschland. […]“ (Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier)

In diesem Sinne verstehen wir uns gerne als ,Heimatverein‘: lokal, vielfältig und demokratisch. 

,Heimatverein 4.0‘

– so sehen wir uns, augenzwinkernd und mit Blick auf die aktuelle Heimat-Debatte. In der Version 4.0 steckt als Innovation vor allem die Vernetzung: Migrantenvereine vernetzen sich innerhalb eines Verbunds, aber auch mit Blick auf die Welt, z.B. im Rahmen von wirtschaftlichem oder zivilgesellschaftlichem Engagement in den Herkunftsländern (s. Entwicklungspolitik). Gestartet sind Migrantenvereine in Deutschland ganz anders, quasi als ,Version 1.0‘: Zuerst schlossen Migrant*innen sich informell zusammen, z.B. um ihre Kultur oder Religion zu pflegen, Sport zu treiben oder Hausaufgabenhilfe zu organisieren. Es folgten Vereinsgründungen nach deutschem Vereinsrecht, jedoch meist in herkunftshomogenen Vereinen (,Version 2.0‘). Der ,Heimatverein 3.0‘ ist dann der herkunftsheterogene Verein, in dem sich Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenschließen. Der Anspruch unseres ,Heimatvereins 4.0‘ ist es, vor der Haustür das Zusammenleben gut zu gestalten, dabei aber die Welt – und die Gründe für Flucht und Migration – nicht aus dem Blick zu lassen: Lokal, global, plural.

Register I
Integration

ist ein Schlüsselwort im offiziellen Sprachgebrauch und meint den erfolgreichen Eintritt von Migrant*innen in die Aufnahmegesellschaft. Je nach Standpunkt wird dabei vor allem eine Anpassungsleistung der Eingewanderten erwartet oder wechselseitig auch eine interkulturelle Öffnung der Aufnahmegesellschaft. Aber Deutschland ist schon lange eine Einwanderungsgesellschaft. Menschen mit Migrationsgeschichte leben hier seit Jahrzehnten, ihre Kinder und Enkel sind hier aufgewachsen und/oder geboren. Der Begriff „Integration“ wird also immer unpassender. Der VMDO spricht deshalb von gleichberechtigter Teilhabe.

Interkulturalität und interkulturelle Kompetenz

gehören zum Markenkern des VMDO. Interkulturalität ist ein philosophisch-soziologisches Konzept ebenso wie eine Haltung und Handlungsleitlinie. Für uns bedeutet Interkulturalität anzuerkennen, dass Kultur nicht starr und homogen ist, sondern stets in Entwicklung, dass es trotz Unterschieden auch Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkte zwischen unterschiedlichen Kulturen gibt. Interkulturalität ist auch eine Haltung, die beinhaltet, anderen Kulturen mit Offenheit und Akzeptanz zu begegnen und den Austausch zu suchen. Dies schließt nicht aus, dass problematische Kulturbestände – wie z.B. patriarchalische oder autoritäre Strukturen – offen kritisiert werden. 

Register J
Jugend.

Der VMDO ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe). Neben seinen Angeboten im Offenen Kinder und Jugendtreff KiVi arbeitet der VMDO mit Schulen und Jugendeinrichtungen zusammen. Die Mitgliedsvereine pflegen selbst eine aktive Jugendarbeit. In diversen Projekten werden Jugendliche als Zielgruppe angesprochen, so etwa im Projekt ,Demokratie leben!‘, wo es um die Reflexion von ausgrenzenden Verhaltensweisen, Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus etc. bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationsgeschichte geht.

Register K
,Kinder der Vielfalt‘ (KiVi)

ist der Kinder- und Jugendtreff im Unionviertel und der einzige offene Kinder- und Jugendtreff in Dortmund, der an sieben Tagen in der Woche geöffnet hat. Willkommen sind Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren. Die wichtigsten Aufgaben des KiVi sind es, den Kindern und Jugendlichen Anschlussfähigkeit, Chancengleichheit bei (kultureller) Bildung und Teilhabe zu ermöglichen und den Spaß, die Lust und die Neugier am Zusammenleben zu fördern. Hier wird geschraubt, gemalt, gequatscht, gehämmert, gegärtnert, über das Leben nachgedacht, Musik gemacht und Filme werden gedreht. Auf dem großen Hof wird Fußball gespielt, geklettert oder getobt. Am Donnerstag ist abwechselnd Mädchen- oder Jungentag. KiVi ist weit über das Quartier hinaus bekannt. Vor allem an den Wochenenden besuchen ihn auch Kinder und Jugendliche aus anderen Stadtteilen. Der KiVi befindet sich im Untergeschoss im Haus der Vielfalt und bietet verschiedene Räume, in denen die Kinder und Jugendlichen ihre Fähigkeiten stärken und sich an neuen Dingen auszuprobieren. Programm und Informationen zu regelmäßigen Angeboten s. KiVi 

Kinder der Vielfalt - KiVi

Kompetenz

ist beim VMDO so vielfältig wie seine Mitgliedsvereine und Mitarbeiter*innen. Einmalig ist vor allem die Verknüpfung ganz verschiedener fachlicher Hintergründe und Sprachkenntnisse mit interkultureller Kompetenz. Die Entwicklung des VMDO seit seiner Gründung 2008 ist durch eine starke Professionalisierung und Institutionalisierung seiner Aktivitäten gekennzeichnet. So ist er u.a. anerkannter Träger der freien Jugendhilfe (Jugend), anerkannter Weiterbildungsträger (BeVi) sowie zertifiziert im Qualitätsmanagement (Qualität).  Dadurch ist der VMDO ein verlässlicher Partner im Zusammenspiel der integrationspolitischen Akteur*innen in Dortmund. 

Kultur

ist in vielerlei Hinsicht zentral beim VMDO. Die zahlreichen Kulturveranstaltungen, kreativen und künstlerischen Angebote im ,Haus der Vielfalt‘ und an anderen Orten, machen nicht nur einfach Spaß, sondern wecken Neugier, erweitern Perspektiven, lassen ganz Neues und zugleich auch  Gemeinsamkeiten in anderen Kulturen entdecken. Musik, Kunst, Ausstellungen, Tanz, Performance, Gesang, Lesungen oder gemeinsames Kochen und Genießen – täglich finden sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, mit und ohne Migrationsgeschichte im ,Haus der Vielfalt‘ zusammen, um das Eigene zu pflegen und Neues zu entdecken. So bleibt Kultur dynamisch, offen für neue Einflüsse und lebendig. Gelebte und offene Kultur ist Heimat und Zukunft, sie verleiht Wurzeln und Flügel zugleich. Wir sehen es wie der französische Philosoph Jean-Luc Nancy: Eine Kultur vergreist, wenn sie sich gegenüber Fremdem verschließt. 

Kuratorium.

2016 hat sich auf Anregung des Oberbürgermeisters ein Kuratorium gebildet, das den VMDO bei seiner weiteren Entwicklung freundschaftlich-kritisch begleitet und anregt, noch stärker als bisher in den Dialog in der Stadtgesellschaft einzutreten. Was auch geschah: zwei Veranstaltungen mit hoher Beteiligung zur Arbeit mit Geflüchteten wurden durchgeführt, in denen sich in der Flüchtlingsarbeit aktive Migrantenorganisationen und andere wichtige lokale Akteur*innen begegneten und austauschten. Weitere Dialogveranstaltungen sind geplant. Das Kuratorium setzt sich – neben dem Oberbürgermeister – aus Dezernentinnen, Verbandsvertreter*innen und ,kritischen Freunden‘ aus der Wissenschaft zusammen. Der Vorstand des VMDO nimmt aktiv an den Sitzungen des Kuratoriums teil.

Register L
Lebensnah

sind unsere Angebote, Beratungen und Kurse für Menschen mit Migrationsgeschichte. Unsere kultursensiblen Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen – viele von ihnen mit einer sozialpädagogischen Ausbildung – gelingt es sehr gut das Vertrauen der Ratsuchenden herzustellen. Auf einer praktischen Ebene helfen Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und eine Infrastruktur, die die ganze Familie in den Blick nimmt (Kinderbetreuung, Ältere, spezielle Angebote für Frauen, Alltagsbegleitung etc.) individuell und bedarfsgerecht zu beraten und zu fördern.

Register M
Männer

finden beim VMDO spezielle Angebote, so etwa einen PC-Kurs für Männer oder – von unserem Mitgliedsverein ,Train of Hope‘ angeboten - den ,Arbeitskreis ,Gay Oriental‘ für homosexuelle Männer mit Fluchterfahrung. Weitere Informationen im Programm Bildungswerk .

Migrantenorganisationen.

Abkürzung: MO;  sie sind die aktiven Träger des VMDO. Sie arbeiten im VMDO auf der Grundlage wichtiger Prinzipien zusammen: lokal, partizipativ, herkunfts- und kulturübergreifend, säkular und demokratisch. ,Lokal‘  ist aber nicht nur eine Ortsangabe, sondern es ist ein Programm: Es geht darum, dass Migrantenorganisationen eine wirksame Stimme bei der Gestaltung der Stadtgesellschaft haben. Ein Verbund macht auch die kleinen Migrantenorganisationen stärker und lenkt den Blick auch auf Gruppen von Menschen mit Migrationsgeschichte, die sonst eher weniger beachtet würden. Ein großer Verbund kann eine starke Stimme sein.

Mitgliedschaften des VMDO.

Der VMDO ist Mitglied im Paritätischen, im ,Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen‘ (BV NeMO), im ,Landesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen Nordrhein-Westfalen‘ (LV NeMO NRW), in der ,Interessengemeinschaft Sozialgewerblicher Beschäftigungsinitiativen e.V.‘ (ISB), in der ,Landesarbeitsgemeinschaft andere Weiterbildung NRW‘ (LAAW) und im ,Dortmunder Weiterbildungsforum e.V.‘. Darüber hinaus ist der VMDO in zahlreichen Netzwerken, Arbeitskreisen und Gremien aktiv. 

Mitgliedsvereine des VMDO

sind 60 Migrantenvereine – und damit ein Drittel der rund 180 Dortmunder Migrantenvereine. Sie sind die Seele des VMDO und bringen einen Schatz an kulturellem Kapital mit. Der Begriff ,Migrantenverein‘ weckt die Vorstellung, dass sich Menschen gleicher Herkunft zusammenschließen, womöglich abschotten, wie manche fürchten. Allein die VMDO-Zahlen widerlegen diese Befürchtung: In den 60 VMDO-Vereinen sind über 100 Ethnien und Nationalitäten vertreten. In zahlreichen VMDO-Vereinen haben sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Biografien, Migrationshinter- und -vordergründen zusammengeschlossen: Dortmunder*innen, deren Eltern oder Großeltern nach Dortmund kamen, Migrant*innen der ersten Generation, Arbeitsmigrant*innen der 1960er und 1970er Jahre und ihre Nachkommen, Flüchtlinge, Bildungsmigrant*innen, Hochqualifizierte, EU-Migrant*innen – und auch Deutsche ohne direkte Migrationsgeschichte. Was alle eint: Der Wunsch nach Austausch, Partizipation, Mitgestaltung der Stadtgesellschaft – und das alles auf dem Boden einer lokalen, säkularen, demokratischen Orientierung.

Register N
NeMO.

Hier steht diese Abkürzung für den ,Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen‘. In ihm haben sich 14 lokale Verbünde - insgesamt 530 Migrantenorganisationen - zusammengeschlossen, die ähnlich ausgerichtet sind wie der VMDO. Der VMDO war einer der Initiatoren dieses bundesweiten Netzwerks, der im Vergleich zu den bisherigen bundesweiten migrantischen Organisationen etwas Neues und Anderes ist: die lokalen Verbünde sind Basis des bundesweiten Zusammenschlusses; sie sind nahe bei den Menschen und können deshalb gut begründet „den Finger in die Wunden“ legen, sprich: konkret auf unzulängliche Lebensverhältnisse von Menschen mit Migrationsgeschichte hinweisen. Der Bundesverband versteht sich in diesem Sinne als ihr „Verstärker“. Er trägt die relevanten Themen in die bundespolitischen Diskurse. Außerdem ist er Träger großer Projekte wie u.a. Samo.fa.

Netzwerke.

Der VMDO ist lokal, regional und überregional in diversen Netzwerken, Gremien und Arbeitskreisen aktiv, u.a. in folgenden (s. auch Mitgliedschaften):

  • Kommission Soziale Stadt
  • Gesamtstrategie Neuzuwanderung
  • Facharbeitskreis Migration
  • Einwanderung gestalten
  • AG 78 -Jugendberufshilfe
  • DPWV-Migration in Berlin und in NRW
  • Quartiersbeirat der Rheinischen Straße
  • IMAG (Integration mit aufrechtem Gang)
  • Landesarbeitsgemeinschaft andere Weiterbildung NRW (LAAW)
  • Dortmunder Weiterbildungsforum e.V.
  • Interessengemeinschaft Sozialgewerblicher Beschäftigungsinitiativen e.V. (ISB)
  • Weinheimer Initiative
  • Integrationsrat Dortmund
  • Bündnis gegen Rechts
  • Altenpflege-Netzwerk Dortmund
  • Bildungsforen Arnsberg
  • Kein Kind Zurücklassen: Familienprojekt
  • Runder Tisch ESF
  • Koordinierungsrunde Organisation des Ehrenamtes
  • Netzwerk Geflüchtete Frauen
  • Netzwerk Flüchtlingsberatung regional und überregional
  • Lokales, überregionales und bundesweites samo.fa-Netzwerk 
Register O
Offener Kinder- und Jugendtreff.

,Kinder der Vielfalt‘ (KiVi)

„Onkel Hasan und die Generation der Enkel“

ist der Titel einer Ausstellung zur Einwanderung, die der VMDO 2015 initiierte und die dann mit großem Erfolg (10.000 Besucher*innen, 60 Führungen, 25 Begleitveranstaltungen) mehrere Monate lang im Hoesch-Museum und im ,Haus der Vielfalt‘ gezeigt wurde. Sie kontrastiert die Geschichte der Arbeitsmigrant*innen der 60er und frühen 70er Jahre mit der der ,Generation der Enkel‘, also von jungen Leuten aus Familien mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland geboren und /oder aufgewachsen sind und zeigt Einwanderung und deren unterschiedliche Gründe und Verläufe, das Ankommen und den neuen Alltag als Teil einer gemeinsamen Erzählung. Nach Dortmund ging die Ausstellung ,auf Wanderschaft‘ nach Hagen und dann – im Rahmen des samo.fa-Projekts – nach Neuss, Düsseldorf, Berlin-Pankow und Dresden.

Register P
Professionalisierung.

Ein Ziel des VMDO ist es, die Professionalisierung seiner Mitgliedsvereine zu unterstützen. Damit ist nicht die berufliche Professionalität gemeint, sondern ganz einfach: seine Sachen gut und möglichst wirksam zu machen. Einige unserer Vereine sind in diesem Sinne bereits sehr professionell in ihrer Vereinsarbeit, ihrer Darstellung, der Vernetzung und der Einwerbung von Fördermitteln, andere benötigen noch etwas mehr Unterstützung. U.a. durch Fortbildungsangebote und Beratungen im Rahmen des Projektes ,House of Resources‘ (www.house-of-resources-dortmund.com) erfahren interessierte Vereine, wie sie ihre eigenen Bildungsangebote entwickeln oder Förderanträge stellen können. Auch die Grundorientierung des VMDO – säkular, partizipativ, lokal, demokratisch – dient als Reflexionsrahmen für die Vereine.

Programm Bildungswerk.

Das ,Bildungswerk Vielfalt‘ gibt halbjährlich ein Programm mit allen Angeboten und Kursen heraus.

Projekte.

Der VMDO führt eine Vielzahl von Projekten in den Bereichen Kinder und Jugend, Bildung und Weiterbildung, Frauen, Förderung von zivilgesellschaftlichem Engagement, interkultureller Dialog, Ankommen und Teilhabe von Geflüchteten, Arbeitsmarktintegration und Kultur durch. Gefördert werden die Projekte u.a. von verschiedenen Bundes- und Länderministerien, der Stadt Dortmund, dem Jobcenter, Stiftungen oder der EU. Informationen zu den aktuell laufenden Projekten finden sich hier.

Register Q
Qualitätsmanagement.

Der VMDO ist nach ISO 9001 und AZAV zertifiziert.

Quartier.

Der VMDO erreicht die Menschen im Quartier Union-Viertel lebensnah und niedrigschwellig. Der offene Kinder- und Jugendtreff KiVi, diverse Kurse, Beratungen und Kulturangebote richten sich sowohl an die Bewohner*innen des Viertels als auch an Interessierte aus allen Stadtbezirken und der Umgebung Dortmunds. 

Register R
Räume

können im ,Haus der Vielfalt‘ von unseren Vereinen wie auch von anderen Initiativen und Einrichtungen für Veranstaltungen genutzt werden. Gerade für kleine Vereine ist diese Infrastruktur sehr wichtig. 

Register S
samo.fa

ist eine Abkürzung und steht für „Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ (www.samofa.de). Es handelt sich um ein bundesweites Vorhaben des Bundesverbands NeMO, gefördert durch die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration. Partner in 32 Städten quer durch Deutschland sind lokale Migrantenorganisationen, die ein doppeltes Ziel verfolgen, nämlich die Geflüchteten auf ihrem schwierigen Weg in den neuen Alltag zu unterstützen und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass Migrantenorganisationen unverzichtbare Partner in der lokalen Flüchtlingsarbeit sind. Der VMDO ist der samo.fa-Partner in Dortmund. 

SEMA (,Servicestelle für ältere Migrantinnen, Migranten und deren Angehörige‘).

In unserer Beratungsstelle im Städtischen Seniorenwohnsitz Nord bieten Mitarbeitende mit Migrationsgeschichte eine kultursensible Beratung an. Dazu gehören auch Begleitung zu Terminen, ,Hausbesuche‘, muttersprachliche Beratung und Hilfe beim Schriftverkehr mit Sozialversicherungsträgern, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen. Die kultursensible Beratung ist wichtig, da ältere Migrant*innen seltener Gesundheits- und Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Zugangsbarrieren bestehen u.a. durch Sprachschwierigkeiten, bürokratische Hürden oder kulturelle Vorbehalte und Ängste. Hier setzt SEMA an. Die Mitarbeitenden sensibilisieren für Pflegeangebote und gesundheitsbezogene Leistungen in diversen Sprachen bereitgestellt, u.a. auf Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Russisch, Farsi und Englisch. SEMA ergänzt die Regelstrukturen in der Pflege und Gesundheitsversorgung und ebnet älteren Migrant*innen den Weg in diese. Jährlich werden rund 1000 Beratungen durchgeführt.

www.sema-do.de 

Sprachen.

Das Bildungswerk Vielfalt bietet in Zusammenarbeit mit den Vereinen Kurse in muttersprachlichem Unterricht sowie Deutsch als Fremdsprache an. Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache werden unterstützt durch muttersprachliche bzw. fremdsprachliche Zugänge der Dozent*innen und sind immer auch Angebote im Erwerb kultureller Kompetenzen. Ebenso werden Alltagstrainings ohne Sprachbarrieren, z.B. für Frauen und Familien ermöglicht und muttersprachliche Erstberatungen u.a. im Bereich berufliche Qualifizierung angeboten. 

Stadtgesellschaft.

Der VMDO ist ein wichtiger Akteur in der Dortmunder Stadtgesellschaft und möchte diese durch sein zivilgesellschaftliches Engagement mitgestalten.

Stimme.

Der VMDO möchte die Stimme der Menschen mit Migrationsgeschichte sein. Über ein Drittel der Dortmunder*innen haben einen sogenannten Migrationshintergrund, politisch und gesellschaftlich sind sie jedoch meist unterrepräsentiert. Die Klangfarbe der VMDO-Stimme hat sich entwickelt aus den Anliegen und Stimmfärbungen unserer 60 Mitgliedsvereine. Sie alle sind herkunftsunabhängig, kulturübergreifend, demokratisch, säkular und am interkulturellen Dialog orientiert. Der VMDO betrachtet es als seine Aufgabe, ihre Interessen zu artikulieren mit dem Ziel ihre gleichberechtigte Teilhabe zu fördern. 

Register T
Team.

Im festen VMDO-Team arbeiten über 40 Mitarbeiter*innen mit und ohne Migrationsgeschichte zusammen. Hinzu kommen einige hundert Aktive in den Vereinen. Jede und jeder von ihnen bringt spezifisches kulturelles und soziales Kapital mit. Sie sind Vermittler*innen mit einem besonderen Verständnis für kulturelle Empfindlichkeiten und Eigenheiten – und zugleich wichtige Multiplikator*innen in der Stadtgesellschaft. Brücken bauen statt Mauern zu errichten ist ihre Devise.

Teilhabe.

Der VMDO setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Dortmunder_innen ein, egal ob mit oder ohne Migrationsgeschichte. Wir bevorzugen den Begriff ,Teilhabe‘ gegenüber dem Begriff Integration. Ein gutes Zusammenleben in der Stadt kann nur gelingen, wenn gleichberechtigte Teilhabe für alle ermöglicht wird, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Um diesem Ziel näher zu kommen, sind VMDO-Mitarbeitende sowie Vertreter*innen der Vereine in diversen Netzwerken, Gremien und Arbeitskreisen aktiv und im Gespräch mit kommunaler Politik und Verwaltung.

Register U
Union-Viertel.

Der VMDO hat mit dem ,Haus der Vielfalt‘ seinen Hauptsitz in einem Viertel, das sich in den vergangenen Jahren rasant verändert hat. Vom ,Schmuddelviertel‘ mit braunen Ecken im Bereich der Rheinischen Straße hat es sich in den vergangenen Jahren zu einem bunten, jungen und kreativen Quartier gewandelt. Eine städtische Strategie gegen die Immobilienkäufe von Neonazis im Viertel ebenso wie eine Imagekampagne und die Förderung von Unternehmen, Kreativen und sozialen Einrichtungen, die sich im Viertel ansiedeln, war erfolgreich. Das Viertel lebt vom Engagement seiner Bewohner*innen, Initiativen, Vereine, Unternehmen und Organisationen. Der VMDO vereint in sich diese verschiedenen Aspekte des Wandels im Union-Viertel: Vielfalt, Offenheit, zivilgesellschaftliches Engagement, gute Nachbarschaft, Kultur, Begegnung und Bildung, gemeinsame Projekte.

Register V
Verbund.

Der VMDO ist ein Verbund. Er ist ein Zusammenschluss von Migrantenorganisationen, die als Mitglieder gleichberechtigt sind, als Organisationen eigenständig bleiben, zugleich aber die gemeinsamen Prinzipien des Verbunds teilen, insbesondere eine lokale, partizipative, herkunftsunabhängige, kulturübergreifende und säkulare Orientierung. Der Vorstand wird aus der Mitte der Mitgliedsvereine gewählt. Verbünde sind vor allem auch für kleinere Migrantenorganisationen attraktiv, was z.B. das stetige Wachstum des VMDO zeigt. „Lokaler Verbund“ ist ein neuer Typ von Migrantenorganisationen, der gegenwärtig an vielen Orten in Deutschland entsteht.

Vielfalt

ist Programm beim VMDO. In allen Handlungen des VMDO wird die Vielfalt nicht nur erwähnt, sondern wir leben Vielfalt, sehen und fördern ihre Potenziale. Dahinter steht ein organisatorisches und gesellschaftspolitisches Konzept, das auch als ,Diversity‘ bezeichnet wird. Es beinhaltet zum einen die Annahme, dass Vielfalt die Innovationfähigkeit und Kreativität in Gesellschaft und Wirtschaft begünstigt, zum anderen, dass benachteiligte Gruppen auf ihrem Weg zu gleichberechtigter Teilhabe aktiv unterstützt werden sollten. Der Ursprung des Diversity-Konzeptes liegt in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gegen Rassismus. Seit Ende der 1990er Jahre verwendet auch die Europäische Union das Konzept als Leitbild. Im Rahmen der seit 2006 bestehenden ,Charta der Vielfalt‘ haben sich bislang knapp 3000 Unternehmen und Organisationen in Deutschland – darunter Großkonzerne, kleine und mittlere Unternehmen, Behörden, soziale und akademische Einrichtungen - zum Diversity-Ansatz und Diversity-Management bekannt. Sie verpflichten sich eine Organisationskultur zu pflegen, die von gegenseitigem Respekt jeder und jedes Einzelnen geprägt ist, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Register W
Weichenstellungen

in die richtige Richtung möchten VMDO-Mitarbeiter*innen geben. Oft ist es entscheidend, dass man im richtigen Moment im Leben die richtige Person trifft, die in einer Krise weiterhilft und neue Wege aufzeigt.

Weiterbildung.

Im ,Bildungswerk Vielfalt‘ bietet der VMDO gemeinsam mit seinen Vereinen eine Vielzahl von Kursen an. Unsere BeVi-Beraterinnen unterstützen bei der Suche nach passenden Weiterbildungsangeboten und Finanzierungsmöglichkeiten. 

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Zivilgesellschaftliches Engagement.

Darunter ist die aktive Partizipation von Bürger*innen am öffentlichen Leben, an gesellschaftspolitischen Debatten und Prozessen jenseits der Entscheidung an der Wahlurne zu verstehen. Engagierte Bürger*innen schließen sich dabei oft in Form von Initiativen oder Vereinen zusammen, um an der Gestaltung der Gesellschaft teilzuhaben. In der politikwissenschaftlichen Forschung wie auch in der praktischen Politik wird zivilgesellschaftliches Engagement als essenziell  für das Funktionieren  von Demokratie betrachtet Der zeitgenössische US-amerikanische Politikwissenschaftler Robert Putnam z.B. bezeichnet Vereine als ,Schulen der Demokratie‘ und sieht in ihrem Bedeutungsverlust eine Gefahr für die Demokratie.  
Der VMDO ist selbst eine aktive zivilgesellschaftliche Organisation und fördert insbesondere das bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit Migrationsgeschichte. 

Zusammen.

Das ist die Grundidee des VMDO, und zwar in vielerlei Hinsicht:  Zusammenhalt von Menschen mit Migrationsgeschichte und ihrer Organisationen, zusammen das ,Haus der Vielfalt‘ nutzen als sicheren und zugleich offenen Raum, zusammen für die gemeinsamen Anliegen und Ziele eintreten, breite und respektvolle Zusammenarbeit in der Stadtgesellschaft, zusammen arbeiten und zusammen fröhlich sein. 

Mitgliedschaften