Polizei Dortmund und Migrantenorganisationen treffen sich im "Haus der Vielfalt"

Gemeinsam diskutieren, gemeinsam kochen, gemeinsam essen:
Polizei Dortmund und Migrantenorganisationen treffen sich zur ersten Veranstaltung dieser Art im ,Haus der Vielfalt‘

Unter dem Motto „VMDO meets Polizei Dortmund. Perspektivwechsel wagen – Polizei und Migrantenorganisationen im Gespräch“ trafen sich am Donnerstag, 26. September 2019, Polizeibeamt*innen aus Dortmund und Lünen, Vertreter*innen von Dortmunder Migrantenorganisationen und Mitarbeiter*innen des VMDO. Insgesamt nahmen rund 25 Personen an der Tagesveranstaltung teil, die die erste dieser Art in Dortmund ist.

Ziel der Veranstaltung war es, ein persönliches Kennenlernen zwischen Migrant*innen und Polizeibeamt*innen zu ermöglichen und gemeinsam die jeweiligen Selbst- und Fremdwahrnehmungen zu reflektieren. Wenn z. B. das Verhältnis durch einzelne schlechte Erfahrungen geprägt ist, können die dann leicht auf die ganze Gruppe übertragen werden, so etwa im Bereich des Vorgehens bei Personenkontrollen.

Besonders wichtig war uns bei der Veranstaltung, dass wir uns nicht auf das Aufzählen von Stereotypen und allgemeinen gegenseitigen Vorurteilen beschränken, sondern gemeinsam Lösungsansätze diskutieren, wie der Kontakt zwischen der Polizei und Migrant*innen verbessert werden kann“, sagt Ingibjörg Pétursdóttir, Geschäftsführerin des VMDO-Mitgliedsvereins CHANCENGLEICH in Europa e.V. und Moderatorin der Veranstaltung.

Kriminalhauptkommissarin Gülay Köppen von der Polizei Dortmund sagt: „Wir haben uns vor allem gewünscht, in ein persönliches Gespräch zu kommen und uns über gegenseitige Wahrnehmungen und Fehlwahrnehmungen auszutauschen.“

Dieses persönliche Gespräch wurde durch verschiedene Formate im Rahmen der Tagesveranstaltung unterstützt. In kleineren Arbeitsgruppen wurden Fragen wie „Was bedeutet Demokratie und Teilhabe in einer Einwanderungsgesellschaft?“, „Was könnten mögliche Ursachen für Konflikte und Missverständnisse bei Begegnungen sein?“ und „Was können wir verbessern, welche Lösungen gibt es?“ behandelt.

Einen besonderen Blickwinkel brachte der Input von Ewane Makia, der auf der Basis seiner Lebensgeschichte die Diskussion einleitete. Er war der erste Schwarze in der Polizeiausbildung in Schleswig-Holstein. Aufgrund von rassistischen Vorkommnissen und Ausgrenzungserfahrungen kündigte er seine Ausbildungsstelle. Heute ist er als Musiker und Social Entrepreneur aktiv, insbesondere im Bereich der Prävention von Gewalt, Rassismus und Ausgrenzung an Schulen.

Gelegenheit für ein noch besseres Kennenlernen und persönliche Gespräche gab es bei einer Koch-Aktion zum Abschluss und Ausklang der Veranstaltung. Unter Anleitung des Kochs Dixon Pathrose, Chef des Restaurants „Dixon´s Kitchen“, standen Polizist*innen und Migrant*innen gemeinsam an Schneidebrett und Pfanne.
Beim gemeinsamen Verzehren der indischen Spezialitäten wurde dann klar: Veranstaltungen dieser Art sollte es häufiger geben. Sie sind ein Teil der Lösung, um Reflexionsräume zu bieten, die im Alltag oft zu kurz kommen.

Finanziert wurde die Veranstaltung aus Mitteln des Bundesprogramms ,Demokratie leben!‘ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der VMDO ist Träger des Demokratie leben-Modelprojekts „Zukunft gemeinsam gestalten – lokaler Verbund von Migrantenorganisationen gegen Rassismus und Diskriminierung“.

Ansprechpartnerinnen:

Dr. Kirsten Hoesch, Projektleitung ,Demokratie leben!‘, k.hoesch@vmdo.de, 0231/28678 743

Dilek Yildiz, Projektmitarbeiterin ,Demokratie leben!‘, d.yildiz@vmdo.de, 0231/476096 796

Informationen zu Polizei Dortmund: dortmund.polizei.nrw

Informationen zu Ewane Makia: ewane.de

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